Die letzte Loipe gab es 2021 am Störmthaler See, damals professionell gespurt vom lokalen Laufsportverein, mit Maschine und Präzision. Dieses Mal von einer Sportlerin aus Muckern ‚handgezogen‘, aber mit Haltung.
Es ist ein herrlicher Tag. Minus sechs Grad, strahlender Sonnenschein. In Bewegung wird einem warm, beinahe zu warm. Stehenbleiben dagegen ist keine Option – die Kälte meldet sich sofort zurück. Ich treffe ein Paar, das sich ebenfalls an den Schnee von vor fünf Jahren erinnert. Damals hatten sie sich extra Langläufer gekauft. Heute kommen sie endlich zum Einsatz. Sie sehen aus, als hätten sie jahrelang auf genau diesen Moment gewartet.

Zwischen den Aussichtspunkten auf der Störmthaler Seite wird es voller. Viele Fußgänger. Hinter Störmthal wird es wieder einsam. Die Loipe ist hier fast makellos, der Schnee unberührt, die Landschaft still. Über einen provisorischen Sicherungsdamm am Kanal gelangt man auf die andere Seite. Ab hier muss gespurt werden. Es gibt nur eine einzelne Kfz-Spur im Schnee. Später stelle ich fest, dass man darin erstaunlich gut fahren kann – eine ungewohnt enge Skiführung, aber es funktioniert. Das Spuren selbst war deutlich anstrengender.

Weiter geht es direkt am Ufer entlang. Zwischen den Schilfinseln sammeln sich Schwäne. Viele Schwäne. Drei- bis sechserweise. Insgesamt sicher mehr als fünfzig – Schwanensee. Wahrscheinlich Überwinterer aus dem hohen Norden – im Sommer sind es hier nie so viele.

Nach drei Stunden und ca. 20km biege ich zurück ins Dorf ein. Im Schnee sind weitere Skispuren zu sehen. Offenbar haben noch mehr Menschen etwas mit diesem seltenen Stoff anfangen können – wie schön.