Weitere Studie bestätigt weltweiten dramatischen Insektenrückgang


Nach der hier kürzlich im Rahmen des „UferLeben Themenjahres Insekten“ erwähnten Krefeld-Studie, die sich mit dem dramatischen Insektensterben in deutschen Schutzgebieten beschäftigte, erschien 02/2019 eine weitere Übersichtsarbeit die sich nun aber mit dem Insektensterben aus globaler Sicht beschäftigt. Es handelt sich hierbei um eine Metanalyse der Forscher um den australischen Ökologen Francisco Sánchez-Bayo vom Sydney Institute of Agriculture mit dem Titel Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers´´Die Wissenschaftler analysierten 73 anerkannte Veröffentlichungen aus den letzten 40 Jahren, die sich mit der Entwicklung von Insektenpopulationen beschäftigten. Hauptaugenmerk wurde auf Umfang und Ursachen des Insektensterbens gelegt. Die Arbeiten stammten hauptsächlich aus Nordamerika und Europa. 

Ergebnisse:

Bei fast 50% der weltweiten Insektenarten sind die Populationen rapide rückläufig und ein Drittel aller Insektenarten sind vom Aussterben bedroht. Setzt sich dieser Trend fort, könnte dies in den nächsten Jahrzehnten zu einem Aussterben von 40% der weltweiten Insektenarten führen. Unter diese Arten fallen v.a. Schmetterlinge, Käfer, zahlreiche Wasserinsekten und Hautflügler wie Ameisen, Wespen und Bienen. 

Als allgemeine Hauptursachen des Rückganges werden Veränderungen des Lebensraumes und Umweltverschmutzung aufgeführt. Im Speziellen wird die industrielle Landwirtschaft mit dem massiven Einsatz von synthetischen Pestiziden als Hauptfaktor für das dramatische Insektensterben benannt. Da die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft ein weltweites Problem sind kann man, auch wenn die untersuchten Quellen hauptsächlich aus Europa und Nordamerika stammen, von einem globalen Trend ausgehen. Da Insekten die strukturelle und funktionale Basis vieler Welt-Ökosysteme sind, wird aus Sicht der Autoren, eine Fortsetzung dieses Trends katastrophale globale Auswirkungen haben. Eine drastische Reduktion des Einsatzes von Pestiziden, Herbiziden sowie Düngemitteln und eine allgemeine Extensivierung der Landwirtschaft wird als der wahrscheinlich effektivste Weg zu einer Trendumkehr aufgeführt. Die Autoren konnten zeigen das diese Extensivierung keine Auswirkungen auf die Ernteerträge haben wird. So führte die Umsetzung eines integrierten Pflanzenschutzes (IPM) in Europa sowie in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens im Laufe der Jahre, im Vergleich zur industriellen Landwirtschaft, zu ähnlichen oder sogar höheren Ernteerträgen.

Was können wir als Individuen tun:

  • Verzicht auf Pestizide und Herbizide im eigen Haushalt
  • Kauf von biologisch erzeugten Lebensmitteln
  • insektenfreundliche Umgestaltung des Gartens und des Wohnumfeldes 
  • Unterstützung von Umweltverbänden (BUND, NABU, Greenpeace, …) und Initiativen wie z.B. dem Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern
  • Aktive Einflussnahme auf gewählte Volksvertreter