Insektenstar besucht Zirkus

Trotz beginnender Totengräberstimmung besuchte noch ein besonderer Gast in der Nacht zum 10.08.2019 die Nachwehen der Abschlussveranstaltung des Natur-Sommerzirkus 2019 in Dreiskau-Muckern. Angelockt von der festlichen Illumination des Zirkuszeltes zeigte sich der Gemeine Totengräber in der Manege. 

Gemeine Totengräber im Zirkuszelt

Der Gemeine Totengräber wird 12-22 mm groß und gehört zur Familie der Aaskäfer. Angelockt vom Aasgeruch toter Tiere (Vögel, Kleinsäugetiere) nutzt der Käfer den Kadaver als langwierige Nahrungsquelle für seinen Nachwuchs.  Zum Schutz vor Nahrungskonkurrenz, wie z.B. Fliegen, vergraben die Käfer zunächst den Kadaver und legen ihre Eier in der Nähe ab. Nach der Entfernung von Haaren oder Federn formen die Käfer aus den Überresten eine Art Fleischball. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena sowie der Universitäten in Mainz und Gießen konnten in einer Publikation aus dem Jahre 2018 zeigen, dass dieser Fleischball von den Käfern mit Mikroorganismen aus dem eigenen Verdauungstrakt beimpft wird. Diese Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) verhindern natürliche Verwesungsprozesse durch die Verdrängung von typischen das Aas besiedelnden Bakterien und Pilzen. Dadurch behält der Fleischball seinen Nährstoffgehalt und die Bildung toxischer Abbaustoffe wird verhindert. Weiterhin erfolgt eine Art Vorverdauung für den Nachwuchs. Die schlüpfenden Larven werden durch die Eltern nun stückchenweise von diesem Fleischball ernährt. Während der Aufzucht erfolgt eine fortwehrende aktive Konservierung der Nahrungsquelle durch Mikroorganismen der käfereigenen Verdauungssekrete. Also betreiben diese Käfer eine Lebensmittelkonservierung unter Zuhilfenahme anderer Organismen. 

eine Art Fleischball. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena sowie der Universitäten in Mainz und Gießen konnten in einer Publikation aus dem Jahre 2018 zeigen, dass dieser Fleischball von den Käfern mit Mikroorganismen aus dem eigenen Verdauungstrakt beimpft wird. Diese Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) verhindern natürliche Verwesungsprozesse durch die Verdrängung von typischen das Aas besiedelnden Bakterien und Pilzen. Dadurch behält der Fleischball seinen Nährstoffgehalt und die Bildung toxischer Abbaustoffe wird verhindert. Weiterhin erfolgt eine Art Vorverdauung für den Nachwuchs. Die schlüpfenden Larven werden durch die Eltern nun stückchenweise von diesem Fleischball ernährt. Während der Aufzucht erfolgt eine fortwehrende aktive Konservierung der Nahrungsquelle durch Mikroorganismen der käfereigenen Verdauungssekrete. Also betreiben diese Käfer eine Lebensmittelkonservierung unter Zuhilfenahme anderer Organismen. 

NATUR-SOMMERZIRKUS 2019

Dies bringt uns zurück zum Thema des diesjährigen Natur-Sommerzirkus: Interaktion in der Natur. Jedes Jahr werden durch Wissenschaftler weltweit eine Vielzahl solcher Interaktionen in diversen Ökosystemen entdeckt. Diese Entdeckungen bergen vielfältige Potentiale für eine Nachnutzung in sämtlichen Lebensbereichen. Aktuell werden zum Beispiel die den Darm des Gemeinen Totengräbers besiedelnden Pilze hinsichtlich eines möglichen biotechnologischen oder medizinischen Nutzens der antimikrobiellen Eigenschaften untersucht.

Durch den weltweit rapide voranschreitenden Verlust von natürlichen Lebensräumen verschwinden täglich Arten und damit auch deren Interaktionen im Ökosystem noch bevor die Art und ihre Interaktionen entdeckt bzw. beschrieben werden konnten. Allein im letzten Juli wurden in Brasilien 2254 km2 Regenwald gerodet. Dies entspricht fast der Fläche des Saarlandes (2570 km2). Durch diesen globalen Verlust an Biodiversität entzieht sich die Menschheit die eigene Lebensgrundlage und verspielt potentielle Lösungen von aktuellen und perspektivischen Problemen.